London & Brighton Calling

London ruft mich oft wie die Sirenen die Seefahrer. In meinem Kopf findet deshalb ein ständiger Kampf zwischen der britischen Metropole und Kopenhagen statt. Welche Stadt hast Du lieber, brüllt es dann im Oberstübchen. Die Dänen haben nach meinem diesjährigen August-Besuch an der Themse eindeutig gewonnen. London wurde leider vom Thron gestoßen.

Versteht mich nicht falsch, ich mag es dort. Ich liebe die britische Höflichkeit, die wunderbaren Museen und die kleinen verwinkelten Straßen. Doch London ist voll. Die Stadt platzt aus allen Nähten. Selbst abseits vom Trubel ist man nur damit beschäftigt aus dem Weg zu springen bzw. nicht im Weg zu stehen. Am Tag unserer Ankunft dachten wir, es wäre clever die Stadt mal ganz anders und zwar zu Rad zu erkunden. Mein Lieblingshotel, das ACE-Hotel bietet einen kostenlosen Fahrradverleih (eher Hipsterfahradverleih) an. Ganz entzückt von den pastellfarbenen Gefährten stürzten wir uns in den Londoner Verkehr. Wir suchten Radwege, wurden fast von einem Bus überfahren und bekamen besorgte Nachrichten von britischen Freunden aus Berlin. Nach ein paar Stunden gaben wir auf und erliefen uns von da an die Stadt. 

Wir wohnten in Shoreditch, dem Trendbezirk von London. Es gibt viele herrliche kleine Geschäfte, ich habe mich an Büchern arm gekauft, Mast Schokolade genossen und im Dishoom zwei mal unglaublich lecker und ungewöhnlich gefrühstückt. Ich bin mit vielen anderen Menschen durchs Tate gerannt und habe im Hydepark Sandwiches gegessen.

Und dann sprangen wir in den Zug und fuhren nach Brighton. Für England war es ein besonders warmer und sonniger Tag. Perfekt für eine Auszeit an der See. Vor einigen Jahren verzauberte mich das Städtchen bei einem Besuch mit meinem Papa und meinem Bruder. Diesmal war es leider auch hier überfüllt und laut und stressig. Die Seebrücke hat nach wie vor diesen besonderen Zauber, es riecht nach gebrannten Mandeln und Backfisch. Wenn doch nur die krebsrotgesichtigen Menschen in Tanktops und Plastiklatschen nicht wären.

Wir aßen Burger an einem belebten Platz, beobachteten Menschen und spazierten anschließend etwas außerhalb durch die Straßen. Wir tranken guten Tee und versöhnten uns langsam wieder. Zurück in London gab es sehr gutes vietnamesisches Essen und mehrere Cider im Pup zusammen mit einem Freund. 

Und plötzlich waren wir doch traurig, dass der Kurztrip so kurz war und London uns zur Abwechslung mal nicht seine perfekte Seite gezeigt hat. Wir hätten nämlich große Lust gehabt, sie mit etwas mehr Zeit wieder aus ihr herauszukitzeln! Hilft nur eins: ganz schnell wiederkommen!

 

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