Yolk das große Zebra

Yolk, das große Zebra, ist gewitzt und furchtlos. Hat sich heimlich im Bauch eines Schiffes nach Island geschummelt.  Immer nachts, wenn alles schlummerte, ist sie an Deck ein paar Runden in der Meeresbrise getrabt. Den Rest der Überfahrt hatte sie es recht gemütlich und warm in der schwärzesten Ecke hinter dem Schiffsmotor. Luk, der Schiffsjunge, hat sie trotzdem entdeckt. So oft er Zeit fand, brachte er Yolk Leckereien in ihr Versteck. Leberwurstbrote und Bananen, Schiffszwieback und Wiener Würstchen. Eigentlich suchte er aber nur einen Vorwand, um den Abenteuergeschichten des Zebras zu lauschen. Yolk las sie aus einem zerfledderten Notizheft vor, in dem sie alles notierte, was ihr unterwegs passierte.

Yolks ganze Geschichte ist ein einziges Abenteuer. Bis sie an Bord ging, jagte sie in Afrika über Wiesen, durch Flußläufe, über Hügel und am Ozean entlang. Lange Jahre lebte sie gut dort, wo das Wasser lieblich schmeckt und das Gras süß. Schon immer allerdings träumte sie davon, einen echten Vulkan zu sehen - und Reisereporterin zu werden. Die Wanderlust zwickte sie wie ein Schwarm Moskitos. York beschloss also, dass sie einen Vulkan suchen und über ihre Reise dorthin schreiben würde, sobald sie alt genug wäre, um alleine auf eine solche Unternehmung zu gehen. Als es an der Zeit war, aufzubrechen, versprach sie ihrer Mutter,  dass sie bald wiederkommen und regelmässig Postkarten schicken würde. Und die Mutter versprach, hinterherzuschippern, falls es gar nicht anderes gehen würde.

Als Yolk in Island ankam (unterwegs hatte sie gelernt, dass er dort einen ganzen Haufen Vulkane gab, deshalb ging sie dort von Bord), war sie erst einmal erschrocken, wie kalt es auf der Insel war. Der Wind kniff wie Kaktusnadeln statt zu pudern wie in Afrika. Zum Glück schossen überall warme Wasserfontänen aus dem Boden. Yolk fand es bald so wunderbar, dass sie nicht mehr wegwollte. Sie suchte sich einen Verlag für ihr Buch, fand einen, der aus ihrer Erzählung einen Weltbestseller machte (welches Zebra verirrt sich schon nach Island und schreibt dann auch noch einen Reisebericht darüber),  konnte sich von dem Erlös ein schönes Holzhaus am Fuße eines Vulkans kaufen  - und im Nullkomanix heimelig werden. Yolk schickte ihrer Mutter eine Postkarte und schrieb: „Island ist schön wie ein afrikanischer Regenbogen - nur anders. Bitte lies’ ein paar Reiseführer und komme auch einmal her! Luk der Schiffsjunge hilft Dir bei der Überfahrt.“ Und tatsächlich kam Yolks Mutter eines Tages, als Yolk nämlich selber ein Söhnchen bekam. Sie nannte es Johánn, wie das berühmte wilde Islandpony - und der Rest steht im nächsten Kapitel.

Hier gibt es Yolk für Zuhause.